Das Haus wurde 1661 in Wittorf, Kreis Lüneburg, erbaut. Es handelt sich um einen Zweiständerbau.
1978 wurde mit dem Abbruch begonnen. 1981 erfolgte der erste Spatenstich zum Wiederaufbau auf dem Grundstück der Familie Heinrich Karl Kühne in der Kastanienallee 18 in Adendorf.
1994 wurde es eingeweiht.
Über der Grootdöör sehen Sie eine Einschrift,deren Botschaft auch jeder Besucher beherzigen sollte: "Hest wat gaudes in Sinn kum rin." Heidnische Sonnensymbole rahmen die Inschrift ein. In den Kopfbändern stehen die Daten für den Erstbau 1661 und den Wiederaufbau 1981.
Das Reet für das Dach wurde z.T. in der Havekost bei Garlstorf/Elbe geerntet. An den Fisten schauen Pferdeköpfe ins Land. Unter den Pferdeköpfen befinden sich Eulenlöcher.
Am Waldgiebel sehen Sie weitere Symbole in Form von zwei Wotansbesen und einer Glücksraute ins Mauerwerk eingearbeitet.
Ausgemauerte Gefache mit Symbolen gibt es zudem am Eingangsbereich in Form einer Ähre und eines Flechtwerkmusters.
Im Riegel über der Eingangstür steht "Us Heimathus". Über einen alten Grabstein von 1779 betreten Sie nun "Us Heimathus".
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die einzelnen Themenbereiche des "Us Heimathus".
Alt-Adendorf:
Hier befinden sich Gegenstände aus dem alten Adendorf, zumeist von Adendorfern selbst zusammengetragen.Sowohl Fotos, u.a.von der 1258 erbauten Johanniskapelle und der Ziegelei als auch Karten aus dem 17. Jahrhundert, die Gründungsfahne des Erbstorfer Männergesangsvereins, diverse Gerätschaften, wie z.B. ein Tonspaten und eine Torfform, ein Fußwärmer aus Ton für den Marktgang, ein Fußwärmer mit Stickerei von 1850, ein Klappstuhl aus der ehemaligen Gaststätte Stolte, Nähmaschine und Spinnrad.

Archäologie:
Hier sehen Sie nicht nur Funde aus Adendorf. Zeitlich umfassen sie die Eiszeit bis zur Neuzeit. Gletscherkugel, Seeigel und versteinertes Holz sind Relikte aus der Eiszeit. Die ältesten menschlichen Hinterlassenschaften, wie Pfeilspitzen, Klingen, Schaber und Speerspitze, sind ca. 15000 Jahre alt und stammen aus der Altsteinzeit. Aus dem Neolithikum stammt die Kragenflasche. Es folgen zeitlich Urnen aus der Bronzezeit aus Grabhügeln in der Gemarkung Adendorf. Eine von ihnen erkennt man sogar auf dem Adendorfer Wappen wieder. Ein Reibstein diente dem Zerquetschen von Getreide zu Mehl. Ebenfalls aus der Bronzezeit stammen, wenn auch nur in Nachbildungen, Schwert, Dolch, Lanzenspitzen, Absatzbeil, Rasiermesser und Gewandnadel. Bernstein war zu allen Zeiten begehrte Handelsware. Die Funde stammen z.T. aus dem Bereich des Elbe-Seiten-Kanals, Tongrapen und -krüge aus dem Mittelalter. Ein Siegburger Krug bezeugt den Handel mit den Rheinlanden.

Vor der Grootdöör steht eine Hochzeitstruhe aus dem Jahre 1744. Darauf befinden sich diverse bäuerliche Gerätschaften. Lassen Sie Ihr Auge schweifen und entdecken Sie eine Setz- und Handwaage, eine Dezimalwaage, Dreschflegel, Holzlöffel, Pflaumenrührer, Butterfass für kleine Leute, Buttermaschine im Glas, Zentrifuge, Essigflasche, kleinen Kastenwagen, Backtrog und vieles mehr. Die Gerätschaften stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert.

Webstuhlecke:
In der Webstuhlecke finden Sie neben dem Webstuhl aus dem Hannoverschen Wendland verschiedene Geräte zur Flachsbearbeitung, wie eine Flachsbracke und einen Hechelbock. Weiterhin stehen hier verschiedene Kruken, Flaschen und Kuchenformen aus Steingut. Die sogenannte Kühnetruhe stammt aus der Zeit um 1780. Das gusseiserne Fenster stammt aus der Johanniskapelle in Adendorf.


Wohnstube:
Die ehemalige Wohnstube beherbergt jetzt Bilder, Bücher, Broschüren und Postkarten aus dem Schaffen von Heinrich Karl Kühne.

Klönstube:
An den Wänden der Klönstube befinden sich original Delfter Kacheln. Verweilen Sie, um die Motive im Detail zu betrachten. Das Mobiliar stammt aus dem 18./19. Jahrhundert. Gemütlich wird der Raum durch die Beleuchtung mit Kerzen- oder Petroleumlicht. Auf den Regalen befinden sich verschiedene Salbfläschchen, z.T. aus dem Mittelalter stammend, sowie Bibel, Gesang- und Kräuterbücher. In der Ecke steht ein sogenanntes Liebesspinnrad.

Arbeitszimmer:
Wenn Sie jetzt die steile Treppe aus der Lüneburger Abstmühle emporsteigen, kommen Sie in das Arbeitszimmer mit heimatkundlicher Bibliothek und Ahnengalerie der Familie Kühne.
Boden:
Auf dem Boden finden Sie größere bäuerliche Geräte, wie Häufelpflug, Geräte zur Reeternte, verschiedene Geräte, die zum Schlachten und Fleischverarbeiten notwendig waren, zahlreiche Geräte zur Wäschebearbeitung, wie Zinkwann und -eimer, Ruffelbrett, Wäschestampfer, Waschmaschine und Handmangel. In einem Diorama mit freistehenden Präparaten ist die heimische Tierwelt dargestellt.


Archivboden:
Auf dem Archivboden lagern zahlreiche Funde aus der archäologischen Bodenuntersuchung unter dem "Us Heimathus" in Wittorf. Darüber gibt es noch einen kleinen Bodenraum, der zum Nestbau für Eulen dienen sollte.

Außenbereich:
Beim Verlassen des Hauses sehen Sie eine kleine Gruppe von verschiedenen Ackergeräten: Kultivatorpflug, Doppelscharpflug, Kartoffelanhäufler, Einscharpflug und zwei Eggen.

Im hinteren Bereich des Grundstückes können Sie noch zwei verschiedenartige Bienenstände entdecken.

